polizei_osthessen_201812.11.2018 | Am 01.11.2018 fand in der Aula der Rabanus-Maurus-Schule eine Informationsveranstaltung mit Kriminalhauptkommissar Marco Hohmann vom Polizeipräsidium Osthessen statt. Bei der gut besuchten Veranstaltung berichtete Herr Hohmann über die Gefahren, die im Internet lauern. Er zeigte auf, dass zwischenzeitlich das Smartphone zu der Lebenswirklichkeit von Heranwachsenden gehört, und machte deutlich, dass Eltern hierbei eine wichtige Rolle bei der Medienerziehung zufällt. Hohmann forderte die Eltern auf, sich mit der Technik auseinanderzusetzten, die sie in die Hände der Kinder geben, um diese vor Gefahren zu schützen.

Die Schule möchte Ihnen folgende Tipps für einen sicheren Umgang mit digitalen Medien geben. Sie folgt hierbei den Empfehlungen des Referenten für Jugendmedienschutz des Hessischen Kultusministeriums Günter Steppich.

1. Tipps zur digitalen Ausstattung:

  • Experten raten: Handy nicht vor Klasse 5, Smartphone nicht vor 14 Jahren, mobiler Internetzugang ab 16 Jahren. (Dabei sollte man im Blick haben, dass der Entwicklungsstand in diesem Alter +-2 Jahre betragen kann). Das ist eine sehr konservative Strategie, die sich allerdings auch mit Ansichten von IT-Größen wie Bill Gates und Steve Jobs deckt.
  • Schließen Sie für das Handy des Kindes keinen Vertrag ab, sondern kaufen Sie eine Prepaidkarte, das begrenzt u.a. auch Betrug mit Abofallen und Premiumnummern sowie Missbrauch, falls das Handy verloren geht oder gestohlen wird.
  • Erhöhen Sie das Taschengeld um ein paar Euro und lassen Sie Ihr Kind die Kosten für die Prepaidkarte selbst tragen, dadurch lernt es einen bewussten Umgang mit dem Handy.
  • Sammeln Sie Handys und mobile Spielekonsolen abends ein! In einer 5. Klasse laufen in deren WhatsApp-Gruppe an Wochentagen zwischen 22 und 6 Uhr bis zu 500 Nachrichten auf. Handys und Spielekonsolen über Nacht im Kinderzimmer führen unweigerlich zu Schlafmangel (platzieren Sie also auch keinen internetfähigen Computer im Kinderzimmer).
  • Falls Ihr Kind bereits über ein Smartphone verfügt, empfehlen wir Ihnen dringend, es kindersicher zu machen. Viele Handys bieten diese Möglichkeit durch die entsprechenden Eingaben in den Systemeinstellungen. Falls dies problematisch sein sollte, können Sie eine  Kinderschutz-App wie FragFinn (iOS und Android) oder Vodafone Child Protect (Android) kindersicher dazu benutzen. Ebenso sollte Ihr Kind nicht die Möglichkeit haben, selbständig Apps auf seinem Handy installieren zu können. Sie als Eltern sollten allein das Passwort zum Google- oder iTunes-Konto Ihres Kindes kennen, damit Sie sich jede App, die das Kind installieren möchte, gemeinsam ansehen können.
  • Die Behauptung, „alle haben das, alle dürfen das“ ist heute wie vor 30 Jahren DAS Killerargument, um Eltern ein schlechtes Gewissen zu machen. Der Schwerpunkt hat sich nur von Markenkleidung auf Smartphones erweitert. Sorgen wegen Ausgrenzung oder gar Mobbing, falls Ihr Kind kein Smartphone besitzt, müssen Sie sich definitiv nicht machen. Diese Phänomene hatten schon immer gänzlich andere Ursachen als Statussymbol.

2. Tipps zum Umgang mit Smartphones:

  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Viele Kinder übernehmen das Verhalten ihrer Eltern, die dauerhaft am Handy aktiv sind.
  • Besonders am Anfang ist eine stete Begleitung im Internet notwendig. Nutzen Sie die Geräte gemeinsam.
  • Reden Sie mit Ihren Kindern (auch mit älteren Kindern und Jugendlichen) über deren Medienkonsum und Medieninhalte. Dies muss nicht immer warnend sein. Sie dürfen auch neugierig sein und sich von Ihren Kindern etwas erklären lassen.
  • Schließen Sie mit Ihrem Kind einen Handynutzungsvertrag ab. Sie können einen solchen Vertrag hier herunterladen oder unter https://www.mediennutzungsvertrag.de/ individuell erstellen.
  • Definieren Sie klare Zeiten und Regeln für den Gebrauch des Gerätes und bestehen Sie auf handyfreie Rituale bei Mahlzeiten und Hausaufgaben.
  • Als Erziehungsberechtigte haben Sie das Recht und die Pflicht, sich über die Aktivitäten Ihres Kindes im Internet und in Chats zu informieren. Sie können dadurch vermeiden, dass Ihr Kind durch unbedachtes Handeln in Konflikt mit dem Gesetz gerät, unangemessene Ansprache von Erwachsenen in Chats unterbinden und frühzeitig reagieren, wenn Ihr Kind Gewalt-, Ekel-, oder Pornodarstellungen ausgesetzt war.

3. Grundlegende Hinweise zu Internetsicherheit, Verhalten und Datenschutz:

Es geht um Ihr Kind. Nehmen Sie sich (viel) Zeit. Besprechen und diskutieren Sie mit Ihrem Kind die folgenden Punkte, die zum Teil grundlegend sind und unabhängig von Website, App, Forum, Chat, usw. zu beachten sind:

  • Zur Anmeldung in Apps und bei Websites sollten Sie eine zusätzliche, neutrale Emailadresse anlegen, die keine persönlichen Angaben wie Name, Alter, Geschlecht preisgibt
  • Verwenden Sie sichere Passwörter. Wann ist ein Passwort sicher? (https://checkdeinpasswort.de/). Auch Handys sollten ein Passwort als Tastensperre haben, gestohlene Handys können dann nicht so einfach entsperrt werden. (Empfehlung für Eltern: keepass.info)
  • Viele Apps und Computerprogramme (auch Spiele) haben eine Altersfreigabe, die aus gutem Grund beachtet werden sollte. Informieren Sie sich über das, was Ihr Kind spielt/nutzt und auch, was Sie ihm schenken. Beachten Sie dabei die Vorgaben der DSGVO (https://www.klicksafe.de/themen/datenschutz/datenschutz-grundverordnung/ und http://www.medien-sicher.de/2018/05/dsgvo-und-die-agb-populaerer-apps/)
  • In Apps und auf Websites NIEMALS unter dem echten Namen agieren, das betrifft sämtliche Messenger-Dienste wie WhatsApp aber auch vermeintlich harmlose Spiele wie Quizduell, die über eine Chatfunktion verfügen. In Chats und generell im Netz keinerlei persönliche Informationen (Wohnort, Schule, Hobbies) an Unbekannte herausgeben (http://www.medien-sicher.de/2015/01/datingapps- und-live-streaming-aus-dem-kinderzimmer/ )
  • Keine Fotos (schon gar nicht in „sexy“ Posen) verschicken, online stellen oder weiterleiten. Eltern sind verantwortlich für ihre Kinder und können haftbar gemacht werden, wenn diese gegen den Willen anderer Bilder machen, hochladen/veröffentlichen und weiter verschicken (Verstoß gegen Recht am Bild u. ggf. weitere Straftatbestände, je nach Art des Fotos). Erhält man (zweifelhafte) Bilder: Sämtliche Bilder löschen, nicht weiterleiten, Sender informieren und zum Löschen auffordern.
  • Achten Sie darauf, ob und was Ihr Kind in Chats im Stream (Livesenden mit eigener Webcam wie z.B. YouNow) postet. Die Inhalte werden Live wie bei einer Fernsehsendung übertragen. Hier lässt sich nichts löschen oder zurücknehmen! Man muss dabei sehr überlegt vorgehen und verplappert sich sehr leicht (http://www.medien-sicher.de/glossary/younow/). Eltern müssen auch diese Aktivitäten Ihrer Kinder begleiten und können auch wegen Verletzung der Aufsichtspflicht belangt werden.

Einige dieser Hinweise und Tipps sind inhaltlich oder wörtlich dem „Elternbrief der Gutenberschule Wiesbaden“ des Referenten für Jugendmedienschutz des Hessischen Kultusministeriums entnommen. (http://www.medien-sicher.de/2015/01/dating-apps-und-live-streaming-aus-dem-kinderzimmer/,18.8.2018)

Sie können gerne bei Anregungen und Fragen per Mail mit uns Kontakt aufnehmen. Wir helfen Ihnen gerne.

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Die folgenden Links können Ihnen dabei helfen, sich selbst tiefer in die Medienwelt einzuarbeiten:

Startseiten der wichtigsten Internetseiten zum Thema kompetente Mediennutzung:
http://www.medien-sicher.de/
https://www.klicksafe.de/themen/https://www.handysektor.de/

Flyer des Landeselternbeirats von Hessen zum Jugendmedienschutz, Stand 2017:
http://www.medien-sicher.de/wp-content/uploads/2009/02/Infoblatt_Jugendmedienschutz_Flyer.pdf

Allgemeiner Ratgeber zu Handys, Apps, mobilen Netzen:
http://www.klicksafe.de/service/materialien/broschueren-ratgeber/smart-mobil-elternratgeber-handys-smartphones-mobile-netze/

Leitfäden zum Downloaden zur Einstellung der Privatsphäre in digitalen Netzwerken (WhatsApp, Instagram, YouTube, etc.):
https://www.klicksafe.de/service/schule-und-unterricht/leitfaeden/

Sehenswerter Videobeitrag „digitales Kinderzimmer“:
http://www.mediensicher.de/2014/03/elternvortrag-digitales-kinderzimmer/

Allgemein zum Thema Smartphone, mit Checkliste „Ist Ihr Kind reif für ein Smartphone?“:
http://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/smartphones/smartphoneskinderjugendliche/

Ein Quiz, um Ihr eigenes Wissen zum Thema Medien zu überprüfen:
http://www.medien-sicher.de/quiz-fit-fuer-medienerziehung/

Das Präventionsportal der Polizei mit wichtigen Informationen, u.a. zum Thema Gefahren im Internet und Cybermobbing:
https://www.polizei-dein-partner.de/themen/internet-mobil.html
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/

Glossare mit den wichtigsten Begriffen:
https://www.internet-abc.de/kinder/lexikon/
http://www.medien-sicher.de/lexikon/

Portal zur Erstellung eines individualisierten Mediennutzungsvertrages für z.B. Handys:
https://www.mediennutzungsvertrag.de/

Kompetenzzentrum von Bund und Ländern für den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet:
http://www.jugendschutz.net/

Medienratgeber für Familien (initiiert vom Bundesministeriums für Familie, ARD, ZDF und TV SPIELFILM):
https://www.schau-hin.info/

Liebe Eltern, liebe Schülerinnen und Schüler,

als Jugendmedienschutzbeauftragter unserer Schule gehört es zu meinen Aufgaben, die Kinder bei der Entwicklung eines verantwortungsvollen Medienumgangs zu unterstützen und zu beraten, um so zu ihrer Medienkompetenz beizutragen.

Meine Aufgaben umfassen folgende Tätigkeitsfelder:
-    Ansprechpartner für Fragen rund um den Jugendmedienschutz, besonders hinsichtlich der Nutzung digitaler Medien (z.B. verantwortungsvoller Umgang mit Daten, Sicheres Surfen im Internet, Schutz vor jugendgefährdenden Inhalten, Umgang mit und Verhalten in sozialen Netzwerken,  Cybermobbing, Mediensucht, usw.).
-    Ausarbeitung von Konzepten und Durchführung von präventiven Projekten zum Thema Medienbildung und Jugendmedienschutz.
-    Weitergabe aktueller Informationen rund um das Thema an die Schulgemeinde.
-    Organisation und Durchführung von Informationsveranstaltungen für Eltern.
-    Beratung und Unterstützung in akuten Notfällen.
-    Kontakt zu außerschulischen Institutionen, die im Notfall weiterhelfen können.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen natürlich gerne zur Verfügung. Sie können mich per Email unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch über das Sekretariat erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Galmarini

Smartphones und Internet gehören längst zur Lebenswirklichkeit von jungen Menschen. Durch die technische Entwicklung der letzten Jahre hat sich die Medienumwelt von Heranwachsenden rasant verändert. Dabei ist es nicht immer einfach, bei dieser Entwicklung Schritt zu halten. Besonders die Vielzahl von Apps, Messenger-Diensten und Spiele-Plattformen macht es oftmals schwierig, die Vorteile, Nachteile und Gefahren neuer medialer Möglichkeiten im Blick zu behalten.

Kinder und Jugendliche sollen ohne Beeinträchtigung eine eigene Identität ausbilden können. Dabei können Einflüsse der Erwachsenenwelt, die noch nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechen, erhebliche negative Auswirkungen haben. Deshalb müssen laut der Kommission für Jugendmedienschutz „Schonräume“ geschaffen werden, um sie vor diesen negativen Einflüssen zu schützen Die Schule stellt einen solchen „Schonraum“ dar, in dem Schülerinnen und Schüler eine Informations- und kommunikationstechnische Medienerziehung erhalten sollen. Hierzu zählen präventive Maßnahmen, um über Gefahren aufzuklären und Interventionen, um eine Gefährdung zu stoppen.
 
Angesichts der Komplexität digitaler Medien müssen Lehrkräfte besonders ausgebildet sein, um den Anforderungen dieses Themenfeldes gerecht werden zu können.