Selten hat man hunderte von Schülern so ruhig und konzentriert bei einer Präsentation in der Aula gesehen, die obendrein nicht nur auf deutsch sondern auch auf englisch ablief. Der Grund war eine Gruppe von jungen Leuten (keiner älter als 20 Jahre), die die Domgymnasiasten auf eine virtuelle Reise durch Afrika mitnahmen. 53 Städte umfasst die Tour, auf der das internationale Team aus ehrenamtlich tätigen Schülern und Studenten versucht, ihren Zuschauern den schwarzen Kontinent und insbesondere Südafrika näher zu bringen. Unterstützt von hochkarätigen Sponsoren wurde eine aufwändige Multimedia-Präsentation erstellt, mit der möglichst viele junge Menschen in Deutschland für die noch immer fremde afrikanische Kultur mit ihren sozialen und bildungspolitischen Problemen sensibilisiert werden sollen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Ziel am Domgymnasium erreicht wurde. Besonders beeindruckt waren die Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 13 von zwei kurzen Filmen in denen einerseits der typische (Schul)tagesablauf einer deutschen Schülerin und parallel dazu der einer südafrikanischen Altersgenossin dargestellt wurde. Die Unterschiede waren frappierend und lösten Betroffenheit bei den Anwesenden aus. Die Moderatoren, die beide in Südafrika geboren und zur Schule gegangen sind, machten immer wieder deutlich, wie wichtig Bildung ist, um sozialer Not zu entkommen. Deshalb gilt es den Bau von Bildungseinrichtungen in Afrika voranzutreiben. Vor diesem Hintergrund erscheint es tatsächlich verständlich, dass Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern morgens aufwachen und sich darüber freuen, in die Schule gehen zu dürfen.
Der Termin dieser Veranstaltung fiel zufällig in die Phase der Fuldaer Stadtwette zwischen dem Fuldaer Oberbürgermeister und Karl-Heinz Böhm und seiner Hilfsorganisation Menschen für Menschen in Äthiopien. Dabei kamen inzwischen deutlich mehr als die erhofften 21000 Euro zusammen, denn auch die Schüler der RMS spendeten einen Teil ihres Taschengeldes im Rahmen dieser gelungenen Veranstaltung. Christian Redweik |