Das Konzept der Hochbegabtenförderung

StD'n Anna-Maria Rausch
Im Rahmen der Schulentwicklung ist mit dem Interesse an der individuellen Förderung in Schule und Unterricht auch die Hochbegabtenförderung konzipiert worden. Diese Förderung versteht sich nicht als reine Eliteförderung, sondern will gerade auch solche hochbegabten Schülerinnen und Schüler erfassen, die es mit dem schulischen Alltag und den schulischen Anforderungen nicht leicht haben und ihnen die Möglichkeit einer besseren Integration in das Schulleben eröffnen.
Eine schulübergreifende Koordinationsgruppe arbeitet im Staatlichen Schulamt seit 2003 am Modell zur Förderung sehr begabter Schülerinnen und Schüler in der Sekundarstufe I. Angesprochen werden hochbegabte, besonders leistungsstarke und sehr motivierte Lernende.
Auf Grund der Erfahrung, dass sich begabte Schülerinnen und Schüler gerne besonderen Herausforderungen stellen, findet das Unterrichtsangebot als Projektarbeit parallel zum regulären Unterricht statt, den die teilnehmenden Schüler und Schülerinnen während dieser Zeit verlassen. Wir sprechen deshalb vom "Drehtürmodell". Der Besuch des Projektes ist mit Ausnahmen (z.B. Wandertage, Klassenarbeiten) verpflichtend und wird auch im Zeugnis als Fach benotet. Diese Note hat Versetzungsrelevanz. Die Erarbeitungen des regulären Unterrichts müssen eigenständig nachgeholt werden. Die Teilnahme an einem Projekt wird am Ende des Schuljahres zertifiziert.
Aufgenommen werden Schülerinnen und Schüler auf Empfehlung der Klassenkonferenz, aufgrund der Zeugnisnoten oder auf Anfrage der Eltern. Interessenten anderer Gymnasien können an jedem dieser Projekte teilnehmen, sofern die Eltern den Transport zur veranstaltenden Schule organisieren.
Die Angebote wechseln jährlich und weichen bewusst vom regulären Lehrstoff des Unterrichts ab, um einen Wissensvorsprung zu vermeiden.
In diesem Schuljahr führt die Rabanus-Maurus-Schule die Projekte "Mathematische Knobeleien" und die "AG GeoWissenschaften" fort. Neu wird die "Robotic AG" angeboten. Vorherige Projekte waren eine "AG Naturwissenschaften" und das Projekt "Philosophie-Kultur". Dies erfolgte in Zusammenarbeit mit der Freiherr-vom-Stein-Schule und endete mit dem philosophischen Abenteuerroman "Im Labyrinth des Chronos. Ein Abenteuer durch die Zeit zwischen Mythos und Logos".
Im Rahmen der gesamten Schulentwicklung ist dies ein Anfang, begabte Schülerinnen und Schüler durch individuelle Angebote außerhalb des Unterrichts zu fördern, ihnen die Freude am Lernen zu erhalten und auch, besondere Begabungen und Interessen herauszufinden.
Die Rabanus-Maurus-Schule ist eines der vier Fuldaer Gymnasien mit dem Zertifikat der Hochbegabtenförderung des Hessischen Kultusministeriums. Die Vergabe des "Gütesiegels" ist an mehrere Kriterien gebunden: Von den Lehrern wird erwartet, dass sie eine Sensibilität für hochbegabte Schülerinnen und Schüler und ihrer individuellen Lernsituation entwickeln. Zum Programm gehören daher regelmäßige Lehrerfortbildungen und eine kompetente Elternberatung. Dabei wird mit anderen Institutionen wie dem schulpsychologischen Dienst, Elternverbänden, Hochschulen und Universitäten zusammengearbeitet. Einige Schülerinnen und Schüler haben bereits während der Schulzeit ein Frühstudium begonnen. Ein Schüler und eine Schülerin verließen die Schule für den Besuch des Begabteninternats Schloss Hansenberg im Rheingau.
Koordinatorinnen und Ansprechpartnerinnen der Fuldaer Schulen sind...
    • Freiherr-vom-Stein-Schule: Frau Hoos, Herr Reddig
    • Marienschule: Frau Mickler-Höppner
    • Rabanus-Maurus-Schule: Frau Rausch, Frau Dr. Ziegler
    • Winfriedschule: Frau Hoffmann-Cnyrim
Anna-Maria Rausch
Projekte

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