Auf Beschluss der Schulkonferenz wurde mit dem Schuljahr 2012/13 das Fach „Darstellendes Spiel“ ab der Einführungsphase als Oberstufenkurs an der Rabanus-Maurus-Schule eingeführt.

Das Fach „Darstellendes Spiel“ soll in grundlegende Sachverhalte und Strukturen sowie Geschichte und Theorie des Theaters einführen, seine wesentlichen Arbeitsmethoden vermitteln und reflektieren.

Kooperationsfähigkeit und Kreativität, Problem lösendes Denken und das Denken in Modellen und symbolischen Zusammenhängen sind als unmittelbare Anforderungen des Faches von zentraler Bedeutung und tragen wesentlich zur Ich-Findung der Schüler bei.

Das Fach Darstellendes Spiel gehört mit Kunst und Musik zu den Fächern, die einen „ästhetischexpressiven Modus der Weltbegegnung“ ermöglichen. In diesem curricularen Rahmen hat das Fach Darstellendes Spiel den besonderen Auftrag der theaterästhetischen Bildung und zwar sowohl produktionsästhetisch - in eigenen theatralen Gestaltungsprozessen - als auch rezeptionsästhetisch -in der Auseinandersetzung mit Werken der Theaterkunst.

Auf der produktionsästhetischen Ebene erforschen, deuten und reflektieren Schülerinnen und Schüler ihr Verständnis von sich selbst und der Welt, in der sie leben. Mit Mitteln der darstellenden Künste werden Wirklichkeiten gespiegelt, in Frage gestellt, alternative Wirklichkeiten entworfen, gestaltet und präsentiert. Mit der Aufführung in der Schulöffentlichkeit positionieren sie sich mit ihren Anliegen und stellen sich einem gesellschaftlichen Diskurs.

Im Darstellenden Spiel werden die Schülerinnen und Schüler ganzheitlich gefordert in den Bereichen Einfühlung und Mitgefühl (affektiv), Denken, Verstehen, Wissen (kognitiv), praktischer Tätigkeit (produktiv) und erfindungsreichem Handeln (kreativ).

Das Fach Darstellendes Spiel kann von den Schülerinnen und Schülern in der E-Phase anstelle von Kunst oder Musik gewählt werden, um die Belegungspflicht im Aufgabenfeld 1 zu erfüllen. Die Kurse in diesem Aufgabenfeld müssen von den SuS in  die Grundkursqualifikation für das Abitur eingebracht werden, ebenso kann DS als viertes Prüfungsfach gewählt werden. Dazu absolvieren die Prüflinge eine spielpraktische Präsentationsprüfung sowie eine mündliche Prüfung.

Im Unterricht lernen Schülerinnen und Schüler die Ausdrucksmittel und Wirkungsweisen des Theaters kennen. Das Fach beschäftigt sich im Gegensatz zum Deutschunterricht, in dem ebenso Dramen Unterrichtsgegenstand sind, in der Durchführung sowie im Ziel praxisorientierter mit der Spezifik des Theaters. Erkenntnisse, Erfahrungen sowie Interpretationen werden in erste Linie auf der Grundlage von Theatertheorien erspielt. Das Fach unterscheidet sich in seinen Erarbeitungsformen und Ausrichtungen grundlegend vom herkömmlichen Regietheater. Ausgangspunkt für die Arbeit ist kein vorgegebenes Regiekonzept. Inszenierungsideen, Rollen und Szenen werden von den SuS selbstständig und zum großen Teil eigenverantwortlich entwickelt und umgesetzt.

Im Sinne eines aufbauenden Lernprozesses werden in jedem Kursjahr die Arbeitsschwerpunkte unterschiedlich akzentuiert, so dass sich ohne Vernachlässigung der jeweils anderen Inhaltsbereiche folgende Akzentsetzungen ergeben:

  • Einführungsphase         (E1 und E2)       Inhaltsbereich I          Schauspielerische Arbeit
  • Qualifikationsphase      (Q1 und Q2)     Inhaltsbereich II         Dramaturgie und Inszenierung
  • Qualifikationsphase      (Q3 und Q4)     Inhaltsbereich III        Theatertheorie und -geschichte

Dabei steigt in jedem Kursjahr die Anforderung an die Selbstständigkeit der Arbeit der Schülerinnen und Schüler, die theoretische Durchdringung der Themen und Inhalte, den Umgang mit Theatertexten und theoretischen Texten und die spielpraktische Umsetzung und die Komplexität der ästhetischen Gestaltung ihrer Präsentationen.

Es werden in der E-Phase sowie der Stufe Q 1 und 2 kleinere Theaterprojekte oder auch ein größeres Projekt, welches beide Kurshalbjahre verbindet, angelegt.

Der Unterricht enthält praktische und theoretische Anteile, die miteinander verknüpft werden, beginnt mit Theaterübungen verschiedenster Art, setzt sich mit einer im Kurs gemeinsam getroffenen Entscheidung über das ausgewählte Stück oder der Erarbeitung eigener Szenen fort und endet idealer Weise mit einer Aufführung, nachdem ein eigenes Dramaturgie- und Regiekonzept erarbeitet und in Proben umgesetzt wurde.

[Pia Heucke]